Montag, 3. September 2018

MEG: Horror, Action oder doch nur Trash? [REVIEW]

Ein riesiger Hai, Jason Statham und jede Menge Unterwasser-Action. Was kann da eigentlich schief gehen? Im Endeffekt viel zu viel. Aber was das genau ist, erfahrt ihr in der nachfolgenden Kritik.


Information zum Film:
Originaltitel: The Meg
Kinostart: 09.08.2018 (GER)
Altersfreigabe: FSK 12
Länge: 114 Minuten
Genre: Action/Horror
Budget: ca. 130 Mio. US $
Regie: Jon Turteltaub

Cast (Rolle/Schauspieler):
Jonas Taylor / Jason Statham
Suyin / Bingbing Li
Morris / Riann Wilson
Mac / Cliff Curtis
Zhang / Winston Chao
Jaxx / Ruby Rose
DJ / Page Kennedy
Heller / Robert Taylor

Kritik:
Das Haifilme im 21. Jahrhundert noch erfolgreich sein können, zeigten vor allem die jüngsten Beispiele wie The Shallows (2016) und 47 Meters Down (2017), die beide mit relativ geringem Budget ein anständiges und gleichfalls spannendes Szenenbild erzeugten. Der diesjährige Hai-Horrorfilm Meg ging mit gigantischen 130 Mio. US Dollar in die Produktion und ist mittlerweile auch ziemlich erfolgreich an den Kinokassen. Und dennoch sind die Stimmen sehr negativ. Doch an was liegt es denn eigentlich genau und warum ist The Meg trotz dieser niederschmetternden Kritiken zu einem echten Kinohit geworden?

Miserable Effekte
Mit diesem gewaltigen Budget ist auch letztlich die Erwartungshaltung ziemlich hoch. Das Ergebnis, im Hinblick auf die Effekte innerhalb des Films, ist aber durchweg eine Enttäuschung. Zu keinem Zeitpunkt der fast zweistündigen Geschichte bekommt man ein ansatzweises reales Gefühl dieser Welt zu verspüren. Alles sieht und wirkt so künstlich wie es nur geht. Der Urhai Megalodon, worauf sich der Film die ganze Zeit über bezieht, ist einfach eine überdimensionale CGI-Figur, die kaum ein schreckhaftes Zucken im Kinosaal verursacht. Zur Verteidigung von The Meg: Es ist ohnehin sehr schwer, wenn es um Unterwasser-Lebewesen geht, diese sehr authentisch im Film wirken zu lassen. Trotzdem kann man von einem so übermäßig finanzierten Film eine weitaus bessere Leistung voraussetzen. 

Bild: Auge in Auge mit dem Megalodon. |  © 2000-2018 Warner Bros.

Stereotypische Figuren
Wer als Zuschauer eine Geschichte mit interessanten Haupt- und Nebenfiguren erzählt haben will, sollte sein Kinobudget für etwas Besseres aufbewahren. The Meg strotz nur so von klischeehaften Charakteren, die kaum eine nennenswerte Entwicklung durchleben. Und das trotz der Gefahr, dass die Welt elementare Nahrungskette, durch das Auftreten des Megalodons, aus dem Gleichgewicht gerät. Jason Stathams Figur Jonas Taylor, legt zwar zu Beginn eine richtig "Leck mich am Ar***"-Haltung an den Tag, entwickelt sich aber als einziges durch die Taten zu einem Helden der die Handlung vorantreiben kann. Ganz im Gegenteil zu dem kompletten Team, welches ihm bei dieser gefährlichen Mission "unterstützt". Ob Morris (Riann Willson), den man als Milliardär überhaupt nicht ernst nehmen kann, Suyin (Bingbing Li), die ihre kleine Tochter mit in eine Forschungsstation unter Wasser nimmt oder DJ (Page Kennedy), der bei jeder Gelegenheit zu vermitteln gibt, dass er keine Lust hat das zu tun, was er gerade tut. Also durch die Bank weg sehr schlechte Einzelfiguren, die von einer chaotischen Situation in die nächste geraten. Und das bringt uns gleich zum nächsten Punkt:

Chaos und Klischee an allen Ecken
Es fällt einem wirklich schwer im Mittelteil nicht über die vielen kopierten und hundertfach dargestellten Szenen in Haifilmen hinweg zu sehen. Es kommt einem am Ende wirklich so vor, als hätte man einen bunten Mischmasch aus vielen Vorgängern zu Gesicht bekommen. Und das traurige daran ist, dass Meg es stets probiert so bizarr zu inszenieren, dass es humoristisch rüberkommt. Aber leider klappt das nur selten bis gar nicht. Der Humor, den man unbedingt an den Mann bringen will, ist einfach nur eine bittere Pille, die man als Zuschauer nach 114 Minuten runterschlucken muss. Ebenso grenzwertig, wie die Witze die einfach nicht zünden wollen, ist die Story an sich. Es gelingt zu keiner Sekunde eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Vielmehr sieht es für den Zuschauer so aus, wie komplett zusammen geschustert oder gar recycelt. Eine bruchstückhafte Story, die fast alle zehn Minuten damit zu enden scheint, dass irgendwer ins Wasser fällt. Ein Leckerbissen für den Hai! Oder wohl eher nicht, schließlich handeln nicht viele Menschen im Film so, als seien sie ein intelligentes Lebewesen. 


Bild: Ein Team, bestehend aus vielen uninteressanten Figuren. |  © 2000-2018 Warner Bros.

Was will der Meg eigentlich sein?
Die Frage die wirklich über jedem Kopf nach dem Kino schweben könnte ist: Was habe ich da nur gesehen? Bis zum Schluss wirrt sich dieser Actionstreifen um diese Frage wahrhaft herum. Ist es nur ein Actionfilm? Naja, Action gibt es genug, aber warum versucht man immer wieder verzweifelt, dann einen wissenschaftlichen Aspekt mit hinein zu beziehen. Ist es ein Horrofilm? Auch nicht wirklich, schließlich sind die Szenen kaum ein großer Faktor für Grusel oder Ähnliches. Ist es schlicht und ergreifend Trash? Wenn man so die typischen Filme dieses Genres betrachtet, trifft auch das nicht auf The Meg zu. Denn in Meg haben Figuren eine - nun ja, nennen wir es einfach mal so - "Hintergrundgeschichte" und Haie besitzen nicht die Fähigkeit zum Fliegen. Aber wo kann man ihn nun einordnen? Auf diese Frage würden vermutlich nicht einmal die Macher selbst die richtige Antwort finden. Letztlich wirkt das Drehbuch so, als hätte man es fünfmal während der Produktion abgeändert und zwischendurch komplett in den Mülleimer geworfen.


Bild: Einziger Lichtblick im Film ist die Ausstrahlung von Jason Statham. |  © 2000-2018 Warner Bros. 

Fazit:
Was zum Schluss über The Meg in den Köpfen hängen bleibt ist wohl weitestgehend ein unlustiger, mit Action und CGI überladener Mainstream Kinostreifen, den man vermutlich schnell wieder vergessen wird. Jason Statham ist der einzige Schauspieler auf normalen Niveau. Aber auch er hatte schon bessere Performances. Am Ende ist dieser mehr als schwache Haifilm nur durchschnittliches Popcornkino und am Rande eines absolut trashigen Abenteuers, dass jeglichen Realismus komplett beiseite gelegt hat. Ein Prinzip was zumindest an den beiden großen Kinomärkten USA und China gehörigen Anklang findet. 
Am besten erklärt The Meg sich am Beispiel eines Mixes: Kippt man irgendwelche zufälligen Zutaten in das Gerät ist das Ergebnis in seltenen Fällen schmackhaft!

MOVIE & MEDIA LION - BEWERTUNG

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