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Donnerstag, 20. Dezember 2018

Die BESTEN Filme 2018 (Plätze 10-1)

Nachdem wir gestern in unserem ersten Teil unsere Top 20 (Plätze 20-11) präsentiert haben, gibt es heute nun die Top 10. Und hier gehören nicht nur die finanziell größten Erfolge dazu, sondern auch kleinere Produktionen. Und ja, wir wissen, Marvel hat erneut dominiert und findet sich auch in dieser Liste mit zwei Vertretern wieder. Aber eins im Voraus: Der Infinity War hat es bei uns nicht auf den ersten Platz geschafft! 




PLATZ 10: BLACK PANTHER
MML-Wertung: 8.5 Punkte / Zur Review
©Marvel Studios 2018

Zusammenfassung: Einer von zwei Marvel-Filmen auf unserer Liste ist der Überraschungshit Black Panther. Visuell wieder spektakulär und ein nahezu komplett schwarzer Cast sorgten u.a. in den USA für Black Power Stimmung in den Kinos. Dort war er sogar erfolgreicher als der Infinity War. Weltweit spielte er insgesamt über 1,3 Mrd. US Dollar ein, dass bedeutet 2018 den zweiten Platz der kommerziell erfolgreichsten Filme. Und auch auf unserem Blog findet Black Panther aufgrund seiner Optik und einer überraschend gut durchdachten Geschichte Anklang und landet auf dem zehnten Platz.


PLATZ 9: THE GREATEST SHOWMAN
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zur Trailer
© 2017 Twentieth Century Fox

Zusammenfassung: Hugh Jackman in der Rolle eines Zirkuspionier? Ja, das gab es dieses Jahr auch! Ohrwürmer ohne Ende und eine emotionale Achterbahnfahrt mit einem kuriosen Kabinett, dass einfach nur gute Laune verbreitet. Mit This Is Me als Titelsong gab es für The Greatest Showman einen Golden Globe und sogar eine Oscar-Nominierung. Hugh Jackman hat mit der Darstellung des P.T. Barnum wieder mal gezeigt, dass selbst eine merkwürdige Geschichte eine Kinoleinwand verzaubern kann.


PLATZ 8: WIND RIVER
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zum Trailer
© 2017 Wild Bunch

Zusammenfassung: Jeremy Renner ist im MCU leider nur eine Figur der zweiten Reihe. Dabei kann er ebenfalls als Hauptdarsteller überzeugen. In einem eher kleineren Thriller der dieses Jahr erschienen ist, namens Wind River, spielt er einen Jäger in einem abgelegenen Indianer-Reservat. Eine eher ruhig erzählte Geschichte, trifft dabei auf intensive Actionszenen und einprägenden Zitaten, die noch Jahre später in Erinnerung bleiben könnten. Mitreisend, spannend und eine der besten Rache-Szenen die man je gesehen hat, erwarten euch bei Wind River.


PLATZ 7: THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zum Trailer
© 2018 Twentieth Century Fox

Zusammenfassung: Vier Golden Globes und zwei Oscars. Das ist das Ergebnis zum Drama Three Billboards Outside Ebbing, Missouri. Aber keine Sorge, auch dieses Drama hat es in sich. Hier wird es auch das eine oder andere mal blutig. Tiefgründige Dialoge und ein Top-Cast runden das ganze in hohem Maße ab. Ganz besonders Sam Rockwell avanciert vor allem in der zweiten Hälfte zum heimlichen Helden der Geschichte. Eine Kriminalgeschichte die auch zum Nachdenken bewegen kann.  


PLATZ 6: AUFBRUCH ZUM MOND
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zum Review
© 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Zusammenfassung: Eines der vielen Biopics, die wir dieses Jahr auf der Leinwand zu sehen bekommen haben. Aufbruch zum Mond erzählt eine rückwirkend sehr traurige Geschichte über den ersten Mann auf dem Mond (Neil Armstrong). Dabei sehen wir ein atemberaubend realistisch Set und anstelle den Mondflug zu einem heroischen Akt zu stilisieren, werden vielmehr die vielen Rückschläge dargestellt und die vielen Opfer in Ehren gehalten. Ryan Gosling überzeugt durch seine emotionslose Mimik, selbst wenn der eigentlich Star des Films von Claire Foy verkörpert wird. Ein großer Favorit für die nächsten Oscars!


PLATZ 5: BOHEMIAN RHAPSODY
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zum Review
© 2018 Twentieth Century Fox

Zusammenfassung: Man wollte einfach nur noch mitsingen! Bohemian Rhapsody entführt uns in das Zeitalter von Queen zurück. Und ja, Rami Malek ist unserer Meinung nach ein nahezu perfekter Freddie Mercury! Dabei merkt man im Kino, wie viel diese Band den Menschen bedeutet hat. Ganz besonders der Live-Aid Auftritt gehört zu einem der epischsten Schlussakten aus 2018. Bohemian Rhapsody wird auch ein ganz großer Favorit für die kommenden Oscars sein!


PLATZ 4: A QUIET PLACE
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zum Review
© 2018 Paramount

Zusammenfassung: "Atmosphärisches Kino" hatten wir in den letzten Jahren kaum zu sehen bekommen. A Quiet Place wurde seinem großen Hype Anfang des Jahres vollkommen gerecht. Selten gab es so einen leisen Kinosaal. Der Film regt den Zuschauer selbst dazu an, die Lautstärke zu minimalisieren. Dabei vermag es vor allem die beängstigende Geschichte, den Zuschauer förmlich an den Sitz zu fesseln. A Quiet Place ist ein kommerziell sehr erfolgreicher Horrofilm, mit einem gespenstischen Konzept und einem kleinen Cast, der wirklich perfekt im Einzelnen, sowie als Gruppe, funktioniert.


PLATZ 3: AVENGERS: INFINITY WAR
MML-Wertung: 9.0 Punkte / Zur Review
©Marvel Studios 2018

Zusammenfassung: Platz drei für die Avengers. Es ist der Film, der das MCU in seinen Grundfesten erschütterte und wirklich jeden Zuschauer mit einem offenen Mund aus dem Kino gehen lies. Der Infinity War hat die wohl nachhaltigste Wirkung aller Superheldenfilme und bereitet den Schlussakt für 2019 ausgezeichnet vor. Ein Bösewicht, der ein tatsächlich sehr interessantes Motiv verfolgt und unseren geliebten Helden eine schlimme Niederlage zufügt. Spannung bis zum Schluss und gigantische Kampfsequenzen, die wohl nur noch durch den Showdown im nächsten Jahr überbietet werden können.


PLATZ 2: A STAR IS BORN
MML-Wertung: 9.5 Punkte / Zur Trailer
© 2000-2017 Warner Bros.

Zusammenfassung: Die mit unter traurigste Geschichte auf der Leinwand beinhaltet das Drama A Star Is Born. Nie zuvor wurde das Musik-Business so perfekt dargestellt, wie in diesem erstklassigen Film von Bradley Cooper. Schneller Aufstieg, sowie langsamer psychischer Zerfall von Musikern werden die eine oder andere Träne auslösen. Und man kann von Lady Gaga halten was man will, aber diese Frau hat erneut bewiesen, dass sie auch eine hervorragende Schauspielerin sein kann. Dieser Film ist bereits für fünf Golden Globes nominiert und auch für die Oscars steht das Drama an oberster Stelle. Eine absolut emotionale Geschichte, die selbst das kälteste Herz berühren wird.


PLATZ 1: LADY BIRD
MML-Wertung: 9.5 Punkte / Zur Trailer

Zusammenfassung: Unsere Nummer eins aus 2018 ist das Coming Of Age Drama Lady Bird. Dieses machte die Hauptdarstellerin Saorise Ronan übernacht zum Star und war fünffach für die Oscars 2018 nominiert (leider ohne Auszeichnung). Lady Bird erzählt dabei eine relativ "normale" Geschichte, die für viele Mädchen im selben Alter wohl äußerst ansprechend ist. So viel aus dem echten Leben steckt in diesem Film. Familiäre Problematik, die Frage wer man selbst sein will und eine Mutter-Tochter Beziehung, die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und erzählt wird. Lady Bird hat Witz, viel Sympatie, nahezu alle Stimmungslagen und einen sensationellen Cast. Ein Film nachdem man einfach nur jeden in den Arm nehmen möchte.




Das waren nun die zehn besten Filme aus diesem Jahr (gemäß unser Ranking). Nochmal kurz der Hinweis, wir haben selbstverständlich nicht alle Filme gesehen. Und Kinostarts wie Aquaman und Mary Poppins fließen leider zum aktuellen Zeitpunkt nicht in unser Ranking ein. Habt ihr selbst noch andere Filme, die es eure Meinung nach verdient hätten in die Top 20 zu kommen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Die BESTEN Filme 2018 (Plätze 20-11)

Das Jahr 2018 verabschiedet sich langsam. Nicht mehr als zwei Wochen noch und wir starten in ein neues Jahr, indem wieder viele interessante Filme auf uns warten. Zunächst rekapitulieren wir aber noch das alte Jahr. Die MML-Redaktion hat in diesem Artikel die 20 besten Filme (auf zwei Artikel aufgeteilt) für euch zusammengefasst. Beginnen wird Teil eins mit den Plätzen 20-11. 


Was wir dem Jahr 2018 definitiv abgewinnen können, sind herausragende Oscar-Filme, die dieses mal enorm überzeugen könnte. Natürlich  hat Marvel mit seinen Blockbustern wiedermal seine deutliche Vormachtstellung in den Kinos präsentiert. Aber das sind Daten die für einen weiteren Beitrag definitiv noch ausführlicher erleuchtet werden. Jetzt erstmal unsere best bewerteten Filme aus diesem Jahr:


PLATZ 20: DER VORNAME
MML-Wertung: 7.5 Punkte / Zur Review
© 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Zusammenfassung: Der Vorname war genau die Art von Komödie, was das deutsche Kino aktuell so schmerzlich vermissen lässt. Ein überaus lustiges Kammerspiel, mit einer wirklich nachhaltigen Frage. Anstelle des typischen Humors, der nur unter die Gürtellinie geht, bietet die dialogfreudige Diskussion zwischen Christoph Maria Herbst und Florian David Fitz eine gelungene Abwechslung und ist zeitgleich der einzig deutsche Vertreter innerhalb unserer Top 20.


PLATZ 19: MORTAL ENGINES
MML-Wertung: 7.5 Punkte / Zur Review
© 2017 Universal Pictures International Germany GmbH

Zusammenfassung: Es mag vielleicht die größte Überraschung dieser Liste sein, dass der vermutlich größte Flop aus diesem Jahr es in die Top 20 schafft. Man muss allerdings folgendes dabei beachten, dass Mortal Engines keinesfalls ein schlechter (qualitativ) Flop ist. Letztlich bietet das neue Fantasy-Abenteuer mithin die besten Effekte des Jahres, sowie ein bislang einzigartiges Konzept einer Postapokalypse. Leider werden wir vermutlich keinen weiteren Teil auf der Leinwand zu Gesicht bekommen. Schade, denn die Bücher von Philipp Reeve bieten soviel mehr Potential für die große Leinwand.


PLATZ 18: GAME NIGHT
MML-Wertung: 8.0 Punkte / Zum Trailer
© 2017 Warner Bros. Ent. Inc.

Zusammenfassung: Die beste und einzige Komödie auf unsere Liste ist Game Night. Noch nie ist ein Spielabend so außer Kontrolle geraten, wie in dieser mitreisenden Geschichte. Dabei spielen die Protagonisten ihre Rollen mit einer solchen Authentizität, dass diese lustige Story fast auf einer wahren Begebenheit beruhen könnte. Dabei entwickelt sich diese US-Komödie langsam (und heimlich) zu einem kleinen und auch spannenden Krimi. Auf jeden Fall eine Empfehlung für die DVD-Regale (für den nächsten Filmabend).


PLATZ 17: DEADPOOL 2
MML-Wertung: 8.0 Punkte / Zum Review
© 2018 Twentieth Century Fox

Zusammenfassung: Charmant wie eh und je. Der erfolgreichste Antiheld kehrte dieses Jahr zurück auf die Leinwand und überzeugte wiedermal durch seinen ganz eigenen Humor, indem er erneut die vierte Wand durchbricht und des Öfteren auch die Superhelden-Konkurrenz aufs Ohr nimmt. Das Konzept funktioniert und bedeutet auch finanziell mit mehr als 700 Mio. den siebten Platz der Jahrescharts (weltweit). Wir können nur sagen: Weiter so! Vielleicht bekommt Ryan Reynolds auch endlich mal sein heiß erwartetes Duell mit Wolverine.


PLATZ 16: MISSION IMPOSSIBLE - FALLOUT
MML-Wertung: 8.0 Punkte / Zum Review
© 2018 Paramount

Zusammenfassung: Sowohl in den USA als auch auf der Welt ist der nunmehr sechste Teil der Mission: Impossible Reihe der kommerziell erfolgreichste geworden. Und auch dieser Blog feiert Tom Cruise in seinem neuen Abenteuer, wo er es u.a. mit Superman-Darsteller Henry Cavill zu tun bekommt. Action ohne Ende, unberechenbare Gegenspieler und Stunts, die dem Hauptdarsteller wieder alles abverlangt haben. So kann es, unserer Meinung nach, gerne weitergehen. Vielleicht bleibt Tom Cruise auch mal unbeschadet bei zukünftigen Drehs.


PLATZ 15: ALLES GELD DER WELT
MML-Wertung: 8.0 Punkte / Zum Trailer
© 2018 TOBIS Film

Zusammenfassung: Mark Wahlberg hatte in letzter Zeit nicht gerade große Hits mit seinen Rollen gelandet. Die letzten beiden Transformers Filme erwiesen sich sogar als Beinahe-Flops. In 2018 bekommt er als Agent Chase die Chance einer etwas interessanten Rolle. Und diese ist ihm dieses mal sehr eindrucksvoll gelungen. Genau wie die eigentliche Handlung, die von der Entführung von John Paul Getty in den 70ern  erzählt. Ein rasantes und an vielen Stellen packendes Drama, sowie ein spannender Krimi, der Christopher Plummer als Jean Paul Getty zumindest eine Nominierung bei den Oscars einbrachte. 


PLATZ 14: A BEAUTIFUL DAY
MML-Wertung: 8.5 Punkte
© 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Zusammenfassung: Untertrieben ist die Beschreibung von "The Times" auf keinen Fall. Der "Taxi Driver" des 21. Jahrhunderts. Jaquin Phoenix verkörpert einen Auftragskiller, der so tiefgreifend und menschlich rüberkommt, wie es nur geht. Äußerst brutal und zeitgleich doch gefühlvoll. A Beautiful Day mischt jugendfreie Action mit Dramatik und ist an vielen Stellen doch äußerst berührender, als man zunächst denken mag. 


PLATZ 13: THE EQUALIZER
MML-Wertung: 8.5 Punkte / Zur Review
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Zusammenfassung: Und noch ein Actionstreifen hat es in die Top 20 geschafft. Denzel Washington ist Mentor und ein eiskalter Einzelkämpfer, der mit Leichtigkeit seine Gegner überwältigt. Selbst wenn die Story dem ersten Teil nicht ganz standhalten kann, macht dieser Thriller in seiner Action und den Sets enorm Spaß. The Equalizer 2 entwickelt eine Geschichte mit viel Tiefgang, als auch eindrucksvoller Kampfszenen und zeigt erneut das Denzel Washington einer der besten Action-Darsteller unserer Zeit ist.


PLATZ 12: I, TONYA
MML-Wertung: 8.5 Punkte / Zur Trailer
© 2018 DCM

Zusammenfassung: Für drei Oscars nominiert. Einen davon konnte Allison Janney als beste Nebendarstellerin sogar gewinnen. Eigentlicher Star ist aber Margot Robbie als die Skandal-Eiskunstläuferin Tonya Harding. Durchtrieben komisch, aber auch eine sehr abwechslungsreiche Story hält I, Tonya für die Zuschauer parat. Es ist eines der vielen erfolgreichen Biopics aus 2018, die das Jahr so entscheiden geprägt haben (auf der Leinwand).


PLATZ 11: SEARCHING
MML-Wertung: 8.5 Punkte / Zur Trailer
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Zusammenfassung: Ein Thriller aus der Sicht von Webcams? Ja, das gibt es noch. Unknown User machte es vor Jahren vor, nun legt Searching anstelle von Horror-Elementen, mit einer Krimi-Geschichte alla Hitchcock nach. Ein Konzept das wunderbar auf der Leinwand aufgeht und den Zuschauer mit in die Handlung integriert. Aufpassen und mitdenken ist Divise! Aber auf dieses Ende hat wohl kein Zuschauer auf dem Schirm. Lasst euch überraschen.



Das waren nun die Plätze 20-11. Im zweiten Artikel folgend die Plätze 10-1. In das Ranking beinhaltet Kinofilme die ab dem 1. Januar 2018 ihren Kinostart hatten. Natürlich haben wir nicht alle Filme gesehen. So fließen beispielsweise Filme wie Aquaman, Mary Poppins Rückkehr und sogar Hereditary leider gar nicht in diese Liste rein. 

Montag, 17. Dezember 2018

MORTAL ENGINES: Ein dynamisches Konzept mit super Optik [REVIEW]

Peter Jackson adaptiert den ersten Teil einer Fantasy-Buchreihe von Philipp Reeve. Der hochwertig produzierte Film überzeugt mit einer eindrucksvollen Optik, offenbart aber kleinere Schwächen in der Handlung. Das Projekt mag zwar nicht mit anderen Werken von Jackson mithalten, ist aber definitiv ein Hingucker.

Zum Trailer

Information zum Film:
Originaltitel: Mortal Engines
Kinostart: 14.12.2018 (GER)
Altersfreigabe: FSK 12
Länge: 128 Minuten
Genre: Fantasy/Science Fiction
Budget: ca. 100 Mio. US $
Regie: Christian Rivers

Cast (Rolle/Schauspieler):
Tom Natsworthy / Tom Sheehan
Hester Shaw / Hera Hilmar
Thaddeus Valentine / Hugo Weaving
Anna Fang / Jihae
Shrike / Stephen Lang
Bevis Pod / Ronan Raftery
Magnus Crome / Patrick Malahide
Chudleigh Pomeroy / Colin Salmon

Kritik:
Zunächst sollte man sich als Zuschauer darauf einstellen, dass sich auf der Leinwand mit Mortal Engines kein Fantasy-Epos alla Herr der Ringe wartet. Deswegen Erwartungen runterschrauben, und sich selbst eine Meinung bilden, bevor man sich von den bislang mäßigen Kritiken beeinflussen lässt. Leider sind nicht viele davon standhaft, denn der Film ist richtig gutes Popcornkino geworden.

Beeindruckende Optik und einzigartiges Konzept
Was visuelle Effekte angeht und die Optik einer neuen Welt, kann Peter Jackson kaum einer das Wasser reichen. Auch Mortal Engines überzeugt mit seiner neuen Welt, in der große Städte mobil werden und Jagd auf kleinere Städte machen. In einer dystopischen Zukunft hat sich ein Großteil der Menschheit durch den Einsatz neuer Waffen nahezu komplett ausgelöscht. Der Planet hat sich verändert und urbane Gegenden sind Vergangenheit. In diesem Chaos entsteht dennoch eine sehr unterhaltsame Geschichte, indem das übermächtige London das ehemalige Europa und Asien unsicher macht. Und gleich zum Start wird diese gigantische von Motoren angetriebene Stadt mit einer ungleichen Verfolgungsjagd in Szene gesetzt. Und sowas monströses war 2018 bislang nicht wirklich auf der Leinwand wieder zu finden. Allein das Konzept, dass sich Städte auf Rädern fortbewegen, und andere Siedlungen verspeisen, um zu überleben, wirkt wie etwas noch nie Dagewesenes. 

Bild: das gigantische London fährt durch menschenleere Gebiete. | © 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Optisch ist das ganze wieder äußerst genial eingefangen. Dabei wirkt die Welt, trotz der apokalyptischen Zeit, trotzdem irgendwie fortschrittlich, was wirklich paradox klingt. Der Stil ist daher etwas was einem sofort ins Auge sticht und auch nach dem Film in den Köpfen hängen bleibt. Und diese Optik macht für den Zuschauer Laune auf mehr. Man will mehr von dieser Welt sehen, selbst wenn die Geschichte an sich einige Schwächen offenbart.

Erzählerisch oftmals nicht ganz bei der Sache
Abseits des visuellen Eindrucks, hat Mortal Engines eigentlich nur Probleme mit seiner Geschichte. Es gelingt oftmals nicht, die einzelnen Figuren emotionaler erscheinen zu lassen. Vor allem Hugo Weaving als Thaddeus Valentine spielt äußerst trocken und teilweise sehr uninspiriert. Dabei hat die Geschichte im Grunde viel Potential die unterschiedlichen Individuen an verschiedenen Stellen gefühlvoller darzustellen. Diese Bindung an die Charaktere wird häufig von dem gewaltigen Einfluss der Bilder überblendet, weshalb der Zuschauer manche Szenen als eher wenig aufreibend und spannend empfinden könnte. Vor allem die Handlungsstränge im gigantischen London sind häufig gefühlskalt und eintönig gestaltet und haben keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Und auch die eingestreuten Dialoge sind nicht vergleichbar mit anderen Fantasy-Blockbuster, selbst wenn sie dennoch eine gewisse Relevanz für die Geschichte aufweisen. Da ist die Geschichte der Hauptfigur um einiges interessanter:

Bild: Hester Shaw (Hera Hilmar) hatte eine traurige Kindheit. | © 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Hester Shaw hat einen interessanten Hintergrund
Die Figur mit der man am meisten mitfiebert ist die anfangs sehr kaltherzige Hester Shaw gespielt von der Isländerin Hera Hilmar. Dabei hinterlässt vor allem ihre familiäre Beziehung zu einem Stalker (eine Art Cyborg) eine ganz große Rolle im explosiven Mittelteil. Genau zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich nach und nach eine Achterbahnfahrt der Gefühle für die tragische Hauptfigur. Darin geht es vor allem um Trennung und Verlust und in ein paar Rückblenden auch um die große Tragödie die Hester auf ihren einsamen Weg brachte. Als launisches Racheengel macht sie, aufgrund dieser Tragödie und nachdem ihre Siedlung (im Trailer bereits gezeigt, daher kein Spoiler) von London verschlungen wird, Jagd auf den Mörder ihrer Mutter, Thaddeus Valentine. Diese Jagd entwickelt sich letztlich zu einem Spiel mit Zügen und Gegenzügen, an dem am Ende sogar ein Krieg der Städte (zwischen London und einer chinesischen Festungsstadt)  entbrennt. So wird aus dem Kampf gegen ihren Widersacher, doch noch ein gigantischer Endkampf gegen das hungrige London, dass entgegen seinen Willen, zu einer Todeswaffe wird.

Dynamisch und spannendes Popcornkino
Trotz den erzählerischen Schwächen und wenig emotional aufgeladenen Figuren ist die Handlung an sich sehr dynamisch. Es gibt viel Action, mit der sich auch der ein oder andere humoristische Eintrag in den Film einmischt. Dabei legt vor allem Anna Fang den Grundstein für viel handfestes Gemenge. Auch der Kampf gegen den übermächtigen Stalker im Mittelteil sorgt für einen vernichtenden Showdown, bei dem ganze Städte in Brand gesetzt werden. Dadurch wird Mortal Engines zu einem spannenden Film und zeigt wo seine Stärken liegen. Auch der Endkampf zwischen dem chinesischen Wall und London hebt hervor, wie so ein Krieg der Städte aussieht. Hier fiebert man als Zuschauer mit den Figuren mit und offenbart wie katastrophal so ein Kampf der Giganten ausgeht. Der Endkampf hat trotz allem einen kleinen Mangel, den viele Kritiker als eine Kopie von Star Wars stilisieren. Den letztlich wirkt London wie eine Art Todesstern, selbst wenn die Einwohner absolut unschuldig das Geschehen beobachten. Trotz allem ist die Geschichte gerade durch diese Dynamik selten langweilig und die zweistündige Laufzeit ist tatsächlich wie im Flug vorbeigezogen. 

Bild: Der spannende Endkampf gegen das überdimensionale London beginnt. | © 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Fazit:
Mortal Engines weißt zwar, ähnlich wie bei der Hobbit-Reihe, kleinere Schwächen in der Handlung auf, ist aber äußerst dynamisch geschrieben und bietet jede Menge postapokalyptische Action. Einige austauschbare Charaktere haben sich zwar in den Film eingemistet, der großer Pluspunkt im Cast ist aber eine starke Hera Hilmar als tragisches Racheengel. Es ist vielleicht kein Herr der Ringe, aber dennoch ein spannendes Fantasy-Abenteuer, dass Laune auf mehr macht. Definitiv eine Empfehlung wert!

MOVIE & MEDIA LION - BEWERTUNG

Sonntag, 16. Dezember 2018

PHANTASTISCHE TIERWESEN 2: Lückenfüller oder nicht? [REVIEW]

Das zweite Abenteuer der Phantastische Tierwesen regt zum Nachdenken an. Warum? Er hinterfragt gewissenhaft wie eine Welt aussehen würde, in dem sich die magische Welt als dominierende Macht aufspielen will. Nachdem im ersten Teil Grindelwald gefangen genommen wurde, sehen wir in Teil zwei seinen Aufstieg zum charismatischen Despoten und wie Newt Scamander und seine Freunde diese zu verhindern versuchen.

Zum Trailer

Information zum Film:
Originaltitel: Fantastic Beasts: The Crimes Of Grindelwald
Kinostart: 15.11.2018 (GER)
Altersfreigabe: FSK 12
Länge: 134 Minuten
Genre: Fantasy
Budget: ca. 200 Mio. US $
Regie: David Yates

Cast (Rolle/Schauspieler):
Newt Scamander / Eddie Redmayne
Tina Goldstein / Katherine Waterston
Queenie Goldstein / Alison Sudol
Jacob Kowalski / Dan Fogler
Gellert Grindelwald / Johnny Depp
Credence Barebone / Ezra Miller
Nagini / Claudia Kim
Leta Lestrange / Zoe Kravitz
Theseus Scamander / Callum Turner

Kritik:
Das erste was beim Anschauen des Films dem Zuschauer schnell ins Auge fällt, ist das allgemeine Feeling. Denn dieses ist durchweg nicht mehr so fröhlich und sympatisch angehaucht wie der Vorgänger. Es wird düster und somit auch um einiges Erwachsener.

Eine ernste Geschichte mit zu vielen Einzelgeschichten
Im Vergleich zu Teil eins, wo zunächst das Kennenlernen der Tierwesen im Blickpunkt stand, hat Grindelwalds Verbrechen von Anfang an keine eher kinderfreundliche Geschichte an den Tag gelegt. Es geht vielmehr um Entscheidungen die nicht nur die einzelnen Individuen, sondern eine ganze Gesellschaft prägen könnten. Es ist nicht mehr ein klassisches Abenteuer, wo die Zuschauer einem Protagonisten folgen und auf seinem Weg viele lustige Momente erleben. Vielmehr bietet Grindelwalds Verbrechen mit seinem Plot, eine Anspielung auf die parallel verlaufende Geschichte der Menschheit, die sich ebenfalls im Zwiespalt befindet. Denn dort (Ende der 1920er) beginnt der Aufstieg des Nationalsozialismus, der Europa und die Welt am Ende in einen zerstörerischen Krieg führt. Dies wird sogar in einer Szene 1:1 als Vision dargestellt, mit dem ausdrücklichen Hinweis sich über die nicht magischen Artgenossen zu stellen, um diese vor ihren künftigen Fehlern zu bewahren. Ein relativ interessanter Ansatz, der aber aufgrund anderer Handlungsstränge nicht weiter Beachtung findet.

Bild: Newt (g.r., Eddie Redmayne) und Jacob (mitte, Dan Fogler) sind dieses mal in Paris unterwegs. | © 2000-2018 Warner Bros.

Denn viele weitere Geschichten finden ihre Zeit in den 134 Minuten. Dort fließen nämlich Familientragödien, Liebesbeziehungen und Grindelwalds Verbrechen ein, die für ein heilloses Wirrwarr im Mittelteil verantwortlich sind. Dem hinzu kommen viele Rückblenden in die Kindheit von Newt Scamander und Leta Lestrange, die vielen Fragen nur eine ankratzende Antwort geben oder sogar neue Fragen hinzufügen, die die Handlung nicht wirklich vorantreiben. So sind z.B. die Nachforschung nach Credence Barebones Herkunft nahezu eine große Zeitverschwendung. Demgegenüber allerdings legt der Aufstieg von Grindelwald und seine äußerst charismatische Erscheinung einen Grundstein für die komplette Saga der Phantastischen Tierwesen. Es geht nicht mehr um einen ultimativen Bösewicht, der Jagd auf einen Teenager macht, sondern um einen manipulativen und sehr intelligenten Zauberer, der das Geschehen lenken will. Und dieser scheint wirklichen den perfekten Darsteller gefunden zu haben:

Bild: Gellert Grindelwald (l., Johnny Depp) mit einer Komplizin in Paris. | © 2000-2018 Warner Bros.

Johnny Depp ist ein hervorragender Grindelwald
Man kann sagen was man will. Johnny Depp weiß einfach wie er kuriose Gestalten zu verkörpern hat, damit sie nachwirkend in Erinnerung bleiben. Auch Grindelwald wird sich in die Liste von Figuren wie Jack Sparrow (Fluch der Karibik), Sweeney Todd oder Der verrückte Hutmacher (Alice im Wunderland) nachhaltig eingliedern. Die Frage bleibt nur, ob Johnny Depp dieser Figur weiterhin eine solche Ernsthaftigkeit verleiht, wie er es im aktuellen Streifen präsentiert hat. In Grindelwalds Verbrechen hat er es definitiv geschafft dieser Figur seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Allein sein Outfit wäre schon wieder ein perfektes Beispiel für einen Dauerbrenner für die Faschingszeit. Dem hinzu kommt die Art und Weise wie Grindelwald versucht die Massen zu beeinflussen. Ähnlich wie viele Diktatoren aus der Vergangenheit, scheint es so, dass diese Figur allein durch die Wortwahl, die Leute zum Umdenken anzuregen vermag. Dies spürt man von Anfang bis Ende relativ deutlich, da ohnehin viele Personen der magischen Welt mit Ängsten und Sorgen zu kämpfen haben und dadurch zu einem Ziel für den magischen Despoten werden. Grindelwald prägt den Plot und ist damit ein großer Gewinn für das gesamte Franchise.

Eine Prise Humor und sympatische Hauptfiguren
In Teil eins lernten wir sie erstmals kennen. Die Figuren rund um den sonstigen Einzelgänger Newt Scamander. Besonders die Figuren aus dem ersten Teil sind auch diejenigen, wo im zweiten Teil den besten Eindruck hinterlassen. Sei es eine eifersüchtige Tina, ein tollpatschiger Jacob oder die über die beide Ohren verliebte Queenie. Genau diese erleben zwar nicht die größten Entwicklungen, scheinen aber beim Publikum eine positive Wirkung zu erzielen. Und dies führt zu einigen sehr gefühlvollen Szenen, als auch einer kleinen Prise Humor, in dieser eigentlich so düsteren Geschichte. Vielmehr hätte es davon auch nicht unbedingt haben müssen, da sonst der Fokus auf den entscheidenden Moment einfach verloren gegangen wäre. Eine Lovestory zwischen Newt und Tina fand daher nur wenig Aufmerksamkeit, zeugt aber weiterhin davon wie sympathisch diese Charaktere auf den Einzelnen wirken können. Vielleicht sind es am Ende einfach auch zu viele Figuren, die im Rampenlicht stehen, sodass eben die Entwicklung unserer vier Hauptcharaktere ein wenig untergeht. Ein wenig mehr von Credence oder dann doch mehr vom machthungrigen Grindelwald wäre da wohl eine bessere Variante gewesen.

Bild: Newt mit einem neuen Tierwesen | © 2000-2018 Warner Bros.

Visuell wieder klasse (mit kleineren Abzügen)
Während wir zuvor nur die Tierwesen aus Newts Koffer Kennenlernen durften, erhalten wir im jetzigen Teil einen größeren Einblick in die Welt der Magier und bekommen dadurch auch neue Tierwesen zu Gesicht, die zum größten Teil wieder gut überzeugen konnten. Und ja, auch der Niffler und der Bowtruckle finden ihren Auftritt. Egal ob in einem magischen Zirkus in Paris oder im französischen Ministerium, man trifft stets irgendwann innerhalb der Story auf Tierwesen, die visuell sehr gut zur Geltung kommen. Einziger Minuspunkt sind die nicht gerade mangelfreien CGI-Katzen des Minesteriums.

Selbst wenn die Tierwesen dann doch nicht immer ihren Platz in die Geschichte finden, so bieten auch die magischen Kämpfe wieder etwas Abwechslung. Denn wie wir aus den vorherigen Filmen der Harry Potter Saga wissen, ist dort der Zauberspruch an sich, dass Thema was die Wizarding World so einprägsam macht. In Phantastische Tierwesen allerdings würden die Kämpfe an sich dadurch allerdings wirklich lächerlich aussehen, wenn jeder Zauberer wild mit Worten umher schreien muss, um den Gegner auszukontern. In den beiden letzten Filme hatte dies wohl auch die Harry Potter Saga eingesehen. Praktik scheint wohl am Ende doch ein besserer Lehrmeister als die Theorie zu sein. Nichtsdestotrotz hat die magische Fuchtelei mit den Zauberstäben auch hier wieder seinen Teil beigetragen, auch wenn die Action weniger geworden ist.

Spannung hält sich bis zum Schluss
Auch wenn der etwas zähe Mittelteil dem einen oder anderen Zuschauer viel abverlangt, so kommt dennoch ein gewisser Grad der Spannung auf, wenn Grindelwald sein Geheimtreffen abhält. Dieser Schlussakt ist mithin das interessanteste am ganzen Film, denn wir sehen wie viel Respekt und Ehrfurcht die Protagonisten vor diesem nahezu übermächtigen Magier haben. Und dieser strahlt trotz der großen Anzahl an Gegnern immer eine solche Zuversicht aus, als könne ihm absolut keiner das Wasser reichen. Zudem setzt der Schluss die große Frage auf, wer sich für die eine oder die andere Seite entscheidet. Dabei kommt es auch zu einigen emotional aufgeladenen Momenten, die die weitere Geschichte  und viele der Charaktere ebenfalls prägen werden. Das Ende macht Laune auf mehr, denn es lässt zwar Fragen offen, scheint sich aber seiner Sache bewusst zu sein und rückt den Antagonisten so gut in Szene, dass die Wage der magischen Welt zu kippen droht.

Bild: Credence (Ezra Miller) vor seiner wichtigen Entscheidung im Film. Im Hintergrund wartet Gellert Grindelwald. | © 2000-2018 Warner Bros.

Fazit:
Grindelwalds Verbrechen macht einen gewollten und wichtigen Schritt. Er wirkt im Allgemeinen viel ernster und düsterer als sein Vorgänger und hat einen klaren Gegenspieler, der nicht nach Schema F entstanden ist. Johnny Depp ist als Gellert Grindelwald ein echter Blickfang und sorgt dafür, dass die heile Welt der Magier Kopf steht und sich nachhaltig spaltet. Das letztlich große Problem sind viele Plots von Charakteren der zweiten Reihe, die kaum bis wenig eine nennenswerte Entwicklung nach sich ziehen. Dennoch scheint durch eine spannende Schlusssequenz, dass Augenmerk eher auf die kommenden Filme gelenkt zu werden. Grindelwalds Verbrechen mag daher zwar der Titel eines "Lückenfüllers" angeprangert werden, scheint aber die magische Welt weiter ausbauen zu wollen, was definitiv mehr Abwechslung verspricht. Bye bye Hogwarts! Hallo "Wizarding World"!

MOVIE & MEDIA LION - BEWERTUNG